Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein – meine Erfahrungen als Stammzellspender

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Heute hab ich meinen ersten Brief an meinen Blutsverwandten geschickt, der nun meine Stammzellen trägt. Das möchte ich als Anlass nehmen, meine Erfahrungen mit der Stammzellspende bei der DKMS mit euch zu teilen. Weiterlesen

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Stephen King – Das letzte Gefecht

Stephan King - das letzte Gefecht

Autorin: Stephen King
Bastei Lübbe; Auflage: 18., (28. April 1992)

Klappentext:

In einem entvölkerten Amerika versucht eine Handvoll Überlebender, die Zivilisation zu retten. Ihr Gegenspieler ist eine mytische Gestalt, die man den Dunklen Mann nennt, die Verkörperung des absolut Bösen.
In der Wüste von Nevada kommt es zum Entscheidungskampf um das Schicksal der Menschheit. „The Stand“, Stephen Kings Vision vom letzten Gefecht zwischen Gut und Böse, war bislang nur in einer stark gekürzten
Version zugänglich.Die hier veröffentlichte Urfassung zeigt die Größe seines apokalyptischen Entwurfs.Manche nennen diesen Roman sein Meisterwerk!

In Stephen Kings „Das letzte Gefecht“ wird die Frage gestellt, was mit den verbleibenden Menschen passiert, wenn eine Katastrophe den Großteil der Bevölkerung auslöscht. In diesem Fall sogar eine selbst kreierte.

Nach dem Ausbruch von Captain Trips, eine schnell wandelnde und bei Ansteckung zu 100 % tödliches Supergrippe, stirbt innerhalb von kurzer Zeit fast die gesamte amerikanische Bevölkerung. Die Geschichte dreht sich nun um die letzten Überlebenden und ihren Kampf gegen ganz neue Widrigkeiten.

Zu Beginn des Buches nimmt sich Stephen King viel Zeit, den Verlauf von Captain Trips eindrucksvoll zu beschreiben. Von den Versuchen der Eindämmung und Verheimlichung durch das Militär, über die rasende Ausbreitung bis hin zu dem unaufhaltsamen Tod der Bevölkerung. Gefallen haben mir hier die kurzen Geschichten, teilweise nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Alltag einer Person, die zeigten, wie schnell sich die Grippe verbreiten konnte und wie sie das Schicksal der Menschen besiegelt haben. Bewusst nimmt er sich hierfür viel Zeit und springt nicht an die Stelle der Geschichte, an der die meisten bereits tot sind. In diesem Abschnitt werden auch die Protagonisten vorgestellt, deren Weg man durch das Buch begleiten soll.

Die Protagonisten sind dabei hervorragend gelungen. Sei es nun Glen Bateman, der Mülleimermann oder Harold Lauder, alle auftretenden Personen haben eine ganz eigene Persönlichkeit und gehen auf ganz unterschiedliche Weise mit den Folgen der Epidemie um. Jeder für sich wirkt in seinem Handeln glaubhaft und durchlebt im Laufe der Zeit einen Wandeln, den man durch die wechselnden Perspektiven sehr gut miterleben kann. Dadurch wachsen einen die Charaktere auch ans Herz und die ständig währende Bedrohung für sie kommt noch besser zur Geltung. Die Perspektivwechsel sind durch die gut ausgearbeiteten Charaktere angenehm, man erkennt gleich die Person wieder, aus deren Sicht nun erzählt wird.
Ihre Monologe wie auch später die Dialoge zu verfolgen, hat für mich einen großen Reiz des Buches ausgemacht. Ihre Reaktionen, wenn alle um sie herum sterben und sie selbst einsam überleben, die damit verbundene seelische Belastung und auch die Gedanken, die alle über die Zukunft haben.

Denn genau diese Frage wirft Stephen King in seinem Buch auf: wie es weitergehen kann, wenn nur noch ein kleiner Teil der Bevölkerung überlebt. Ob sich eine neue Gesellschaft bilden kann und wie diese ausschauen könnte. Ob sie friedlich sein wird. Aber auch die trivialen Dinge unseres Alltags, die plötzlich zu schier unlösbaren Problem und Gefahren werden können, wenn Gewohntes wie fließend Wasser, Strom oder die Krankenversorgung nicht aufrecht erhalten werden kann.
Über das gesamte Buch hinweg wird man zum Mitdenken eingeladen, da schon angefangen beim Krankheitserreger nichts weit hergeholt scheint. Vielmehr ist es greifbarer, als einem manchmal lieb ist.

Der Kampf der Überlebenden in einer postapokalyptischen Welt ist jedoch nur ein Teil des Buches. Denn sammelt sich das Böse in Nevada, in der Sündenstadt schlechthin, und bereitet sich auf einem Kampf von Gut gegen Böse vor. Der dunkle Mann, die Verkörperung des Bösen, stellt einen würdigen und extrem gefährlichen Antagonisten für die letzte große Schlacht der Menschheit dar. Seine Methoden, sein Einfluss auf andere sowie sein eigener Verlauf in der Geschichte passen sehr gut in die Welt und bilden eine weitere übermächtige Bedrohung in einer Welt, die eigentlich schon genug gestraft sein sollte.
Die Vorbereitung für das namensgebende letzte Gefecht bis zum großen Höhepunkt zu verfolgen, war auch überwiegend wunderbar gelungen. Hier störte mich nur eine Sache, das würde jedoch zu sehr vorgreifen. Dennoch findet das Buch nach einer spannenden, abwechlungsreichen und dramatischen Reise dann auch ein sehr würdiges Ende.

Alles in allem habe ich es sehr genossen, den Roman zu lesen und kann nun auch sehr gut verstehen, warum dieses Werk von vielen King-Fans der absolute Favorit ist. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, wenn man sich an die manchmal etwas derbere Formulierung Kings gewöhnen kann, und lässt einen in Verbindung mit der wunderbaren Geschichte das Buch förmlich verschlingen.
Jeder, der sich auf den Roman einlassen kann, wird ganz bestimmt nicht enttäuscht werden.

 

Katrin Ils – Flammendunkel (Unstern Teil 2)

Katrin Ils - Flammendunkel

Autorin: Katrin Ils
Blog: https://katrinils.at/
E-Book (4,99 €) —  Printbuch (13,90 €)
338 Seiten

Klappentext:

Ein Fremder erscheint in Alat. Sein Auftrag: Zwei Magier finden und töten.
Eine Mission, die Kerra egal sein könnte, wäre es nicht sie gewesen, die die beiden Magier in die Stadt geschmuggelt hat. Als der Mann zu einer Gefahr für die Operationen des Mondschiebers zu werden droht, macht dieser die Suche des Fremden zu Kerras Auftrag.
Doch der Verbrecherkönig Ravid hat Interesse daran, dass die beiden Gesuchten Alat lebend verlassen und erinnert Kerra an die unbeglichene Schuld ihrer Freundin Sidra.
Um Sidra zu retten, bleibt Kerra nur eine Wahl: Den Forderungen des Verbrechers nachzugeben und die beiden Magier sicher aus der Stadt zu bringen – hinter dem Rücken des Mondschiebers und an dem gefährlichen Fremden vorbei.

Wie schon am Cover zu erkennen, spielt der zweite Band der Unstern-Reihe wieder in Alat, der in Band 1 so schön beschrieben Stadt voller Magie. Die Geschichte setzt dabei fast nahtlos an die des ersten an. Kerra arbeitet für den Mondschieber und alles scheint ausnahmsweise normal für sie und ihre Freunde zu laufen, bis ein Auftrag alles durcheinander bringt. So beginnt der Band auch mit dem, was man von Kerra am besten kennt: sie steckt in Schwierigkeiten.

Genau diese Schwierigkeiten ziehen sich dann durch das ganze Buch und lassen ihr kaum einen Moment der Ruhe. So kommt es auch, dass, nachdem die meisten Charaktere und auch die Stadt ausführlich im ersten Band vorgestellt wurden, der zweite viel hektischer und getriebener ist. Kaum ist ein Problem gelöst, folgen die nächsten beiden und treiben die Geschichte voran.

Wer die Stadt und die Charaktere aus dem ersten Band mochte, wird sie hier auch mögen. Alle Charaktere sind leicht wiederzuerkennen und man kann sie schnell wieder ins Herz schließen, gerade Kerra, die mit ihrer öfters bissige Art für jede Menge schöne Dialoge sorgt. Auch ihre Freunde erkennt man gleich wieder, sie spielen jedoch weiterhin eher eine Nebenrolle.
Durch die im Band enthaltene Karte und der schönen Beschreibung der Umgebung findet man sich auch schnell in der verwinkelten Stadt von Alat mit ihren markanten Straßen und Orten wieder, so auch den verzerrten, unheimlichen Teil Alats, seiner Unterwelt.

In den Fokus rücken die Neuankömmlinge in der Stadt, die selbst reingeholten wie auch die unerwünschten Besucher. Auch die sind Katrin Ils sehr gut gelungen und überzeugen mir ihrer glaubwürdigen, wenn auch natürlich nicht immer sympathischen Art.
Die Geschichte bleibt wie schon beschrieben durch die immer neu auftretenden Probleme spannend und abwechslungsreich, ohne frustrierend zu wirken. Wie Kerra klammert man sich an die letzten Fünkchen Hoffnung, die es gibt und verfolgt gerne ihre aberwitzigen Pläne.

Auch die im ersten Teil vorgestellte Magie wird noch einmal intensive beschrieben und auch durch die neuen Magier noch wichtiger als im ersten Band. So kommen neue Zauber und Facetten hinzu, die sich gut in das schon gegebene Setting einbinden. Ich hoffe hier auch noch mehr im nächsten Band zu sehen, aber auch von Sidra und Dolan, die für meinen Geschmack ein wenig zu kurz gekommen sind.

Der zweite Band der Unstern Reihe bringt die Stärken des ersten Bandes mit und setzt mit den neuen Charakteren nochmal einen drauf. Dabei baut sich die Geschichte zu einem sehr spannenden Ende hin auf, das dann in der Hoffnung auf einen baldigen dritten Teil mündet.
Für alle, die den ersten Teil gemocht haben, ist der zweite Band ein absolutes Muss. Ich freue mich schon auf den nächsten Band und mehr von Katrin Ils.

Judith & Christian Vogt – Die dreizehn Gezeichneten

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Autoren: Judith und Christian Voigt
Twitter: Judith (@judithcvogt), Christian (@eisunddampf)
Facebook: https://www.facebook.com/JudithC.Vogt/
Instagram: https://www.instagram.com/atalante_underwood/
Website: www.jcvogt.de 
E-Book (10,99 €) — Printbuch (14,00 €)

Über die Leserunde von Lovelybooks bin ich auf das Buch gestoßen und nach einem langsamen Start konnte mich das Buch bald schon voll und ganz fesseln. Weiterlesen

Tina Tannwald – Agastos Auftrag (Raunachtraben Teil 1)

Tina Tannwald - Agastos Auftrag

Autorin: Tina Tannwald
Amazon: https://www.amazon.de/Tina-Tannwald/e/B01MST2FP2/ref=ntt_dp_epwbk_0
Facebook: https://www.facebook.com/TinaTannwald.de/
Blog: https://tinatannwald.wordpress.com
E-Book (1,99 €)

Bitte nicht wundern, Tina ist die Autorin des Buches, ich habe generell die Angewohnheit mit Vornamen vom Autor/von der Autorin zu sprechen ☺

Wie sieht die Welt für jemanden aus, für den alles neu ist?
Über das Buch sorgt diese Frage, oder besser deren Antworten, für eine lustige Note. Die Autorin konnte hier gut ihrer Kreativität freien Lauf lassen bei der Beschreibung alltäglicher Dinge für jemanden, der damit absolut nicht vertraut ist, es aber jetzt sein muss.
Dieser Mann heißt Agasto und liegt plötzlich vor Fias Haustür, ohne Erinnerung, aber mit dem unbedingten Willen zu bleiben. Weiterlesen

Christina Krüger – Arthemos‘ Klagelied

Christina Krüger - Arthemos' Klagelied

Autorin: Christina Krüger
AmazonFacebookLovelybooks
Blog: https://firebeast.jimdo.com/
E-Book (2,99 €)

Bitte nicht wundern, Christina ist die Autorin des Buches, ich habe generell die Angewohnheit mit Vornamen vom Autor/von der Autorin zu sprechen ☺

Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen verlassen. Ohne Frage war es eine schöne Geschichte, die mich über das Buch hinweg unterhalten konnte und ich bin auch schon auf den zweiten Teil gespannt. Auf der anderen Seite hat es leider keinen so richtig bleibenden Eindruck hinterlassen bislang. Weiterlesen

Tina Tannwald – Chrononauten

Tina Tannwald - Chrononauten

Autorin: Tina Tannwald
Amazon: https://www.amazon.de/Tina-Tannwald/e/B01MST2FP2/ref=ntt_dp_epwbk_0
Blog: https://tinatannwald.wordpress.com
E-Book (3,99 €) —  Printbuch (12,99 €)

Bitte nicht wundern, Tina ist die Autorin des Buches, ich habe generell die Angewohnheit mit Vornamen vom Autor/von der Autorin zu sprechen ☺

Nachdem ich bereits mehrere Bücher von Tina gelesen hatte, war für mich der Einstieg in das Buch zuerst ungewohnt. Aus mehreren, teils schnell wechselnden Blickwinkeln wird zu Beginn die Geschichte erzählt. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig und ungewohnt für mich, war ich später froh dass nicht alle Perspektiven aufrechterhalten werden. Doch durch genau diese verschiedenen Blickwinkel konnte sie sehr gut ein allumfassendes Bild der Ausgangssituation und –umgebung erschaffen, das so mit einem Blickwinkel nicht möglich gewesen wäre. Im weiteren Verlauf des Buches werden diese Perspektiven auch noch sehr geschickt eingesetzt, sodass ich im Endeffekt sehr zufrieden damit war.

Tinas Ansatz, das Spirituelle mit Science Fiction zu verbinden ist ihr hervorragend gelungen. An sich interessiere ich mich kaum für Sci-Fi, aber diese Kombination hat mir richtig gefallen, weil es gar nicht mal so weit hergeholt ist. Dabei finde ich auch gut, dass Tina mit der Entschlüsselung des Gehirns, den Nanobots und den Hovercars in der modernen Stadt ein schönes Setting mit vielen bekannten zukünftigen Erfindungen aufgebaut hat, ohne dies zu weit auszubauen oder umschweifend zu erklären.
Das Spirituelle hat mich dann richtig fasziniert, obwohl ich mich normal kaum dafür interessiere. Gerade in einer Zeit, in der die Wissenschaft noch stärker geworden ist, selbst das Gehirn kein großes Mysterium mehr ist, stellt das einen sehr schönen Kontrast dar, wie eine Oase in der Wüste.
Dabei passt die Kammer wunderbar ins Bild, als ein Ort, an dem der Wille der Teilchen sich zunutze gemacht werden soll, um in der Zeit zu reisen. Aber wie genau das gemeint ist, müsst ihr schon selbst herausfinden. Insgesamt sage ich nur so viel: die Kammer, stellvertretend für die Kombination von Technologie und Spiritualität, ist sehr gut gelungen und ist mehr, als nur Mittel zum Zweck.

Das nehme ich gleich mal als Stichwort für den nächsten Aspekt, denn auch wenn es nicht vorrangig um die Zukunft, sondern die Vergangenheit geht, nimmt sie ein gutes Stück im Buch ein. Wenn Tina ein Setting aufbaut, dann nicht halbherzig, sondern so detailliert, dass man es vor dem inneren Auge sieht, das war schon immer eine ihrer größten Stärken. Es reicht ihr eben nicht aus die Umgebung grob anzuschneiden und dann weiß der Leser schon genug, sie schließt auch die Zukunft ordentlich ab, auch sie ist nicht nur Mittel zum Zweck.

Ich bleibe aber noch kurz in der Zukunft. Die beiden Haupt-Antagonisten und ihre Verstrickungen und Pläne, auch untereinander, waren ebenso so spannend wie gelungen erzählt. Beide heben sich in ihrem Charakter heraus und bleiben ebenso wie die Protagonisten in Erinnerung. Dabei blieben aber leider weitere beteiligte Nebenparteien auf Seite der Protagonisten wie Antagonisten ein wenig auf der Strecke. Gerade im Vergleich zu den hervorragenden beiden Antagonisten war das ziemlich schade.

Die Reise ins Reich der Vandalen hat mir rundum gefallen. Wie schon in den vorherigen Büchern konnte ich auf schöne Art und Weise mehr über das Volk und die Zeit erfahren. Besonders gelungen ist hierbei auch das Ende. Gerade weil es sehr offen bleibt, passt es sich wunderbar in unsere Geschichtsbücher ein, ganz als wäre es ein realer Teil der Ereignisse gewesen.

Die Beziehung von Roony mit – verrate ich natürlich nicht – ist sehr realistisch umgesetzt. Dachte ich mir zuerst noch, dass sie sich zu schnell und einfach aufbaut, zeigen sich später genau die Folgen daraus und auch die Probleme, die an einer Beziehung zerren können. Nicht nur bei den Beziehungen ihrer Figuren zueinander, setzt Tina viel Wert auf das Zwischenmenschliche, den Aspekt in Geschichten, der mich am meisten reizt.

Das hängt nicht zuletzt natürlich mit der Hauptprotagonistin zusammen. Durch ihre Vergangenheit, die bleibenden Unsicherheiten, die sie dadurch ihr Leben lang mitgezogen hat, und durch ihre Art, trotz allem weiter zu machen, bleibt sie wieder einmal im Gedächtnis und wird auch als Person richtig sympathisch. Starke Frauenbilder als Hauptprotagonisten gelingen Tina immer wieder sehr schön.
Aber auch den anderen Protagonisten hat sie Gesicht und Charakter gegeben, keiner von ihnen wirkt fehl am Platz, gefestigt auch durch ein Motiv, welches sich durch die Geschichte zieht und sich für jede Rolle auch bewahrheitet.

Wie schon in der Zukunft hast Tina die Welt der Vergangenheit so bildhaft beschrieben, dass man selbst ohne Vorwissen über die Zeit eine gute Vorstellung bekommen hat. Und auch gegen Ende zeigt sich, dass sie auch ohne Fantasy-Anteil eine ebenso wunderbare Geschichte erzählen kann, bei der auch die Welt zu faszinieren weiß.

Alles in allem war ich wie eingangs schon gesagt wieder begeistert von ihrem Buch und kann es jedem nur weiterempfehlen. Mit den Chrononauten hat sich Tina Tannwald getraut, auch Neues auszuprobieren und war dabei in meinen Augen erfolgreich, denn sie ist ihrem wunderbaren Schreibstil treu geblieben. Ich hoffe sie probiert sich auch in Zukunft weiterhin aus und freue mich auf ihre nächsten Bücher.

Tina Tannwald – Königskind (Satyri Band 2)

Tina Tannwald - Königskind

Autorin: Tina Tannwald
Amazon: https://www.amazon.de/Tina-Tannwald/e/B01MST2FP2/ref=ntt_dp_epwbk_0
Blog: https://tinatannwald.wordpress.com
E-Book (2,99 €) — Printbuch (11,99 €)

Mit ihren neuen Begleitern Alkeos und Gavril erreichen Keron, Io und ihre Wölfe Adbera, den Zielort ihrer Reise. Doch ihre wahren Prüfungen beginnen erst, angefangen damit Tereus, König der Odrysii und Vater von Ioanna, zu täuschen und seine Hilfe im Kampf gegen die Satyrn zu erhalten. Erfolg oder Misserfolg hängen nun davon ab, ob Io sich der Seele von Ioanna öffnen kann.

Schon vor ihrer Ankunft in Adbera war der Nährboden für Verrat und politische Intrigen gelegt. Neben einem Bündnis der Odrysii mit den Minoii, bei dem letztere dominieren, gesellen sich noch die Skythen, ein Reitervolk aus dem Osten, mit ihren ganz eigenen Plänen. Dazu kommt eine Widerstandsbewegung, die plant Tereus abzusetzen und durch Gavril zu ersetzen.

Diese Konstellation bestimmt lange Zeit das Buch und sorgt für einen sehr spannenden Einstieg in den zweiten Teil. Jede Partei hat seine ganz eigenen Pläne und so kommt es wiederholt zu überraschenden Entscheidungen und Schachzügen. Noch mehr haben mir jedoch die Pläne der Götter gefallen, denn wie in der Mythologie üblich greifen sie gerne in das Schicksal der Menschen ein und verfolgen ihr ganz eigenen Ziele; so auch hier. Zeus erscheint und auch Bendis eröffnet Io ihre wahren Intentionen. Damit verändert sich schlagartig der Blick auf die schon vergangene Reise.

Hatte man als Leser bislang noch den Eindruck, die gesamte Handlung durchschaut zu haben, erfährt man nun, wie sehr sie doch von den Göttern gelenkt und genutzt wurde. Das macht für mich einen besonderen Reiz in diesem Band, aber auch der Satyri-Reihe aus, denn nun weiß sie erst recht mich zu überraschen. Das schrittweise Erkennen der Bedeutung dieser Reise und die bis kurz vor Ende noch nicht vollständig erkennbaren Ziele der Götter haben mich sehr fasziniert.

Doch nicht nur die Götter sind dabei interessant, denn die Reise von Io und Keron geht weiter und auch ihr Ziel, die Satyrn zu töten und die Terasii zu befreien. Mit einer schlagkräftigen Armee treten sie ihren Rückweg an und treffen dabei auf alte Bekannte, unter anderem auch auf Voula und Avraam. Auch der Leser wird dabei zu einem Vertrauen von Io, denn über Bendis erfährt Io mehr über die Ziele der Reise, die sie mit niemand sonst teilen kann oder will. So behält sie wie auch andere Begleiter ihre Geheimnisse, die nur der Leser kennt. Der wahre Kampf beginnt und damit steigt auch die Spannung des Buches weiter an. Nachdem Io sich der Seele von Ioanna öffnet, erhält sie auch Zugang zu ihren Kräften, die für sie und ihre Umgebung zur großen Gefahr werden, aber auch noch eine weitere Perspektive in die Geschichte bringen. Wie bereits von Tina gewöhnt schafft sie es trotz Ich-Perspektive der Erzählung auf kreative Weise ihre Geschichte zu nutzen und zu erzählen.

Unter den im Buch anhaltenden Konflikten und Wirren der Menschen und Götter leidet in besonderem Maße auch die Beziehungen zwischen Io und Keron, die mit dieser Reise auf die Probe gestellt wird. Momente der Freude und des Glücks wandeln sich in Trauer und Verlust. Die Stärke ihrer Beziehung zu sehen, aber auch ihre Grenzen kommen gut heraus und lassen jeden mithoffen und bangen, der ein Herz für Romanzen hat. Zusammen mit den anhaltenden Konflikten, zwischenmenschlich und kämpferisch, und Geheimnissen baut sich die Spannung zum finalen Kampf hin sehr gut auf.

Das Ende der Reise stellt noch einmal einen sehr schönen Abschluss dar, denn es verbindet vieles von dem, was während der Reise passiert ist, allen voran die Entwicklung von Io selbst. Nur durch die Personen, denen sie begegnet ist und auch ihre eigenen Erkenntnisse haben ihr die Möglichkeit gegeben, das Ende so herbeizuführen und genau das ist der Kern einer jeden guten Heldenreise. Somit findet die Satyri-Reihe einen würdigen Abschluss und konnte mich sehr zufrieden stellen.

Wie ich es von Tina gewöhnt bin konnte ich leicht in diese Mythenwelt abtauchen. Auch in Königskind schafft sie es die Beziehungen der Charaktere, aber auch die auftretenden mythischen und göttlichen Wesen sehr schön zu beschreiben. Auch Rechtschreibung und Ausdruck sind einwandfrei, sodass ich jedem, der Zweiseelenkind gelesen hat, auch Königskind ans Herz legen kann, mit dem sie sich noch einmal gesteigert hat und durch den neuen Blick auf Zweiseelenkind gleich zum Wiederlesen des ersten Teils einlädt.